Klaviyo Zustellprobleme: E-Mails im Spam? So verbesserst du deine Deliverability.

Klaviyo läuft wie’n Fischkutter bei Rückenwind, bis plötzlich die E-Mails im Spam stranden und die Open Rate absäuft. Wenn du gerade siehst, dass Kampagnen kaum noch geöffnet werden, einzelne Domains auffällig bouncen oder dein Deliverability Score kippt: Keine Panik. In 10 Minuten kannst du herausfinden, ob dein Problem eher Setup (Domain/Auth) oder Engagement (Liste/Content) ist. Und dann gezielt gegensteuern.

klaviyo

Klaviyo Zustellprobleme: Sofort-Check (10 Minuten):

  • 1️⃣ Betroffen sind alle Domains oder nur einzelne?
  • 2️⃣ Deliverability Hub / Score geprüft?
  • 3️⃣ Absender-Domain gebrandet?
  • 4️⃣ SPF + DKIM + DMARC sauber?
  • 5️⃣ Complaints / Abmeldungen auffällig?


Wenn du hier bereits Auffälligkeiten siehst, hast du meist schon den Kern des Problems.

Klaviyo ist vor allem im E-Commerce die unangefochtene Nummer Eins unter den Newsletter-Tools. Nicht zuletzt aufgrund des enormen Funktionsumfangs. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine E-Mail-Zustellbarkeit verbessern kannst.

Woran erkennst du Zustellprobleme in Klaviyo?

Wie allgemein im E-Mail-Marketing lassen sich Zustellprobleme nicht immer so leicht erkennen. Wobei Klaviyo zu den wenigen Produkten gehört, welches immerhin einige nützliche Kennzahlen und Features bereitstellt.

  • Open Rate bricht plötzlich ein (vor allem bei einer Empfänger-Domain)
  • Unique Click Rate fällt dauerhaft unter dein Normalniveau
  • Complaint Rate steigt (Beschwerden sind pures Gift)
  • Bounces häufen sich bei einzelnen Providern (z. B. Gmail/Yahoo/Outlook)
  • „Delivered“ in Klaviyo wirkt stabil, aber Engagement sinkt trotzdem (Inbox vs. Spam)

Wichtig: Eine gute Kennzahl allein ist keine Garantie. Entscheidend ist das Muster über Zeit und nach Empfänger-Domain.

Deliverability Hub & Score: hilfreich, aber kein Orakel

Deliverability Hub und Score richtig lesen

Klaviyo zeigt dir im Deliverability Hub einen Deliverability Score (0–100). Der Score ist gut, um Trends zu erkennen und Warnhinweise ernst zu nehmen.

  • Gut: Trendbeobachtung, frühe Warnsignale, Hinweise zu Setup & Qualität
  • Grenze: Selbst mit gutem Score können einzelne Provider strenger filtern (z. B. wenn One-Click-Unsubscribe oder Auth nicht sauber sind).

Merksatz: Score ist wie Wetterbericht. Hilft beim Planen. Aber wenn die Böe kommt, brauchst du trotzdem die richtigen Segel.

Heißt: Selbst mit gutem Score können einzelne Provider zickig sein, wenn z. B. Authentifizierung/Alignment, Abmelde-Mechanik oder Engagement-Signale nicht passen.

Genauer gesagt handelt es sich bei diesem Score übrigens um den „Engagement Quality Score“ von SendGrid. Denn Klaviyo nutzt dessen Versandinfrastruktur.

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Die 5 häufigsten Ursachen für Zustellprobleme mit Klaviyo (inkl. Fix)

1) Branded Sending Domain fehlt oder ist „wackelig“

Wenn du keine Branded Sending Domain nutzt, verschenkst du Vertrauen bei Providern. Eine gebrandete Absender-Domain sorgt dafür, dass deine E-Mails klar zu deiner Marke gehören.

Fix:

  1. Branded Sending Domain in Klaviyo einrichten (Subdomain wie mail.deinedomain.de)
  2. DNS-Einträge sauber setzen (keine Tippfehler, kein veralteter Kram)
  3. Verifizieren und nach Änderungen etwas Geduld geben (DNS braucht manchmal)

2) Authentifizierung: SPF / DKIM / DMARC ist unvollständig

Ohne saubere Authentifizierung wirkt dein Versand für Provider schnell „komisch“. Und „komisch“ landet selten in der Inbox.

Fix: Richte SPF, DKIM und DMARC vollständig ein. Eine verständliche Grundlage findest du hier: E-Mail Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) erklärt.

  • SPF: Klaviyo/Versand-Dienst muss erlaubt sein
  • DKIM: Signatur muss passen (und zur Domain gehören)
  • DMARC: Policy + Reporting helfen dir, Fehler zu sehen

3) One-Click-Unsubscribe fehlt oder ist schlecht umgesetzt

Viele Provider erwarten inzwischen, dass Bulk-Sender eine One-Click-Abmeldung technisch sauber unterstützen. Wenn das fehlt oder kaputt ist, kann das Zustellbarkeit kosten.

Fix: Prüfe, ob deine Abmeldung nicht nur „irgendwo“ im Footer steht, sondern auch technisch sauber und schnell funktioniert. Bonus: Weniger Beschwerden, weil Leute sich abmelden statt „Spam“ zu klicken.

4) Zu viele inaktive Empfänger drücken deine Domain Reputation

Wenn ein großer Teil deiner Liste seit Monaten nicht klickt/öffnet, lesen Provider das als: „Die Leute wollen das nicht.“ Und dann wird’s schwierig.

Fix: Segmentiere nach Engagement und reduziere Druck auf Inaktive. Mehr dazu im Abschnitt Engagement.

5) Volumen-Sprünge, Peaks oder neue Listen ohne „Anwärmen“

Plötzlich doppelt so viel Versand, neue Zielgruppen oder eine lange nicht genutzte Liste? Provider mögen keine Überraschungen.

Fix: Volumen langsam steigern, erst die Engagierten anschreiben, dann ausweiten. Wenn du Infrastruktur wechselst (z. B. neue IP), ist Warmup Pflicht.

Seit 2024 besonders wichtig: Auth & One-Click-Unsubscribe (Gmail/Yahoo & Co.)

Wenn Zustellprobleme „plötzlich“ auftreten, ist das oft kein Zufall, sondern neue oder strenger durchgesetzte Anforderungen von Providern.

  • Authentifizierung muss sauber sein (mindestens SPF oder DKIM, besser beides + DMARC)
  • Abmeldung muss leicht und zuverlässig funktionieren (One-Click-Unsubscribe ist ein starkes Signal)

Praxis-Tipp: Wenn du nur eine Sache heute machst: Auth prüfen + Abmeldeweg testen. Danach erst Content diskutieren.

Engagement in Klaviyo: Inaktive Kontakte sind oft der wahre Eisberg

Viele Klaviyo-Accounts haben „gewachsene“ Listen. Klingt nett, ist aber oft eher „Museum“. Und Museen sind selten Orte mit hoher Click Rate.

So baust du 3 Engagement-Segmente (30 / 90 / 180 Tage)

Ziel: Du sendest häufiger an Engagierte und entlastest die Reputation bei Inaktiven.

  1. In Klaviyo: Kontakte → Segmente → Neues Segment
  2. Segment 1: „Engaged 30“: mind. 1 Klick oder Öffnung in 30 Tagen
  3. Segment 2: „Engaged 90“: mind. 1 Klick oder Öffnung in 90 Tagen
  4. Segment 3: „Engaged 180“: mind. 1 Klick oder Öffnung in 180 Tagen

Konkrete Anwendung: Kampagnen zuerst an „Engaged 30“, dann „Engaged 90“, dann optional „Engaged 180“. Inaktive (älter) nur mit Reaktivierung oder sehr dosiert.

Sunset Flow statt „alles oder nichts“

Statt stumpf zu löschen, kannst du einen Sunset Flow nutzen: weniger senden, reaktivieren, dann sauber trennen. Hier findest du eine Vorlage/Erklärung: Sunset Flow: So schützt du deine Zustellbarkeit.

Kohortenanalysen für noch mehr Insights

Um noch tiefer einzusteigen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Engagement-Daten. Mittels einer retrospektiven Kohortenanalyse. Voraussetzung: Dir liegen für wenigstens sechs Monate vollständige Engagement-Daten vor. Und du hast eines dieser beiden Klaviyo-Produkte lizenziert:


Mit Kohortenanalysen kannst du folgendes ermitteln:

  • Wie verhalten sich Anmelder? Wie häufig klicken sie je Tag, Woche und Monat?
  • Wie verhalten sich bestimmte Zielgruppen?
  • Wann melden sich Anmelder wieder ab?
Klaviyo Kohortenanalyse

Dedizierte IP in Klaviyo: sinnvoll oder teurer Mythos?

Klaviyo bietet dedizierte IPs gern als „Lösung“ an. In Wahrheit gilt:

  • Dedizierte IP kann helfen, wenn du konstant hohes Volumen und saubere Prozesse hast.
  • Dedizierte IP kann schaden, wenn du zu wenig Volumen hast oder Listenhygiene/Engagement nicht stabil sind.

Mini-Entscheidungshilfe

  • Du sendest regelmäßig und planbar (keine monatelangen Pausen)
  • ✅ Deine engagierten Segmente sind sauber definiert
  • ✅ Du kannst Warmup diszipliniert durchziehen (oft mehrere Wochen)
  • ❌ Du hoffst, dass eine IP „magisch“ schlechte Daten rettet (Spoiler: nope)

Wenn du unsicher bist: In 80% der Fälle ist der schnellere Hebel Listenhygiene + Setup statt IP-Wechsel.

Kostenlose Beratung

Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Frank Rix
Frank Rix (Autor)

Fazit

Viele Klaviyo-Zustellprobleme entstehen nicht über Nacht, sondern durch Setup-Lücken (Branded Sending Domain, SPF/DKIM/DMARC, saubere Abmeldung) plus zu viele Inaktive. Starte mit den Basics: Auth prüfen, Abmeldeweg testen, dann nach Engagement segmentieren und Inaktive entlasten. So kommt dein Versand meist schnell wieder in ruhigeres Fahrwasser.