Mailgun: Warum deine E-Mails nicht im Posteingang landen
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Frank
- Aktualisiert am 23. Februar 2026
Du nutzt Mailgun und die Zustellung fühlt sich an wie Nordseewetter: mal sonnig, mal Nebel. In diesem Guide bekommst du eine klare Reihenfolge, um Ursachen schnell einzugrenzen und die Inbox stabiler zu machen.

Schnellcheck
- 1️⃣ Auth zuerst: SPF, DKIM, DMARC und Alignment sauber setzen.
- 2️⃣ Abmeldung leicht machen: sauberer Unsubscribe, sonst drohen Beschwerden.
- 3️⃣ Suppressions nutzen: Hard Bounces/Complaints konsequent stoppen.
- 4️⃣ Temporary vs. Permanent trennen: Throttling/Soft Bounces anders lösen als Hard Bounces.
- 5️⃣ Volumen glätten: Peaks vermeiden, Engaged zuerst, Warmup bei neuer IP/Domain.
Kurz zur Einordnung im Sinch-Universum: Mailgun und Mailjet gehören zur gleichen Familie, sind aber für unterschiedliche Setups gedacht. Mailgun ist oft stärker API- und Produkt-getrieben (Transaktionsmails, Events, technische Kontrolle). Mailjet ist häufig mehr „Team & Kampagne“ (Editor, Marketing-Workflows).
Wenn du Mailjet nutzt und gerade Zustellthemen hast: hier findest du meinen Mailjet-Guide.
1) Erst verstehen: Was sagen dir Mailgun-Events wirklich?
Mailgun arbeitet mit Status-Events. Die heißen im Tool nun mal accepted, delivered usw. Wichtig ist: Ein Status ist noch keine Garantie für „Posteingang“. Danach entscheidet der Provider, wo die E-Mail landet (Inbox, Promotions, Spam oder irgendwo im Nebel).
Für die Diagnose trennst du am besten so:
accepted: Mailgun hat die Mail übernommen (Queue).delivered: Der Empfänger-Server hat angenommen.temporary_fail: vorübergehend gebremst, Mailgun versucht erneut.permanent_fail: endgültig gescheitert (oft Hard Bounce oder Policy).
Wenn du Server-Annahme siehst, aber kaum Reaktionen, ist es häufig kein reines „Template-Thema“, sondern ein Mix aus Reputation, Listenqualität, Authentifizierung und Versandverhalten.
Mehr dazu:
E-Mail-Zustellbarkeit erklärt
Zustellprobleme: Diagnose & konkrete Lösungen
Mailserver/MTA: Was passiert im Hintergrund?

2) 10-Minuten-Triage: Die schnellste Fehler-Eingrenzung
Bevor du tief tauchst: Mach eine kurze Triage. Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein klarer Verdacht, damit du nicht an zehn Schrauben gleichzeitig drehst.
- Provider-Cluster: Betrifft es nur Gmail? Nur Microsoft? Oder alle?
- Failures: Steigen Temporary oder Permanent Fails?
- Volumen: Gab es Peaks, neue Listen, Reaktivierungen oder eine neue Subdomain/IP?
- Beschwerden/Abmeldungen: Wenn die steigen, ist „mehr senden“ selten die Lösung.
- Messbarkeit: Verlass dich nicht nur auf Opens. Bots und Privacy machen gern Seegang in die KPIs.
Wenn du Inbox-Placement schnell einschätzen willst, nutze Tests bewusst: Labortests sind gut für Hygiene, aber nicht die ganze Wahrheit.
Mehr dazu:
Google Postmaster Tools Tutorial
Deliverability Tools: Welche wirklich helfen
Mail Tester verstehen
Seed List Testing: Aussagekraft & Grenzen
3) Authentifizierung: SPF, DKIM, DMARC (ohne Schnickschnack)
Wenn Authentifizierung wackelt, brauchst du über „Inbox vs. Spam“ kaum zu diskutieren. Dann ist erst mal DNS-Wetterlage prüfen.
- SPF: Mailgun muss als legitimer Sender drinstehen. Und bitte: genau ein SPF-Record.
- DKIM: Stabil signieren. Typischer Fehler: DKIM ist „irgendwo“ aktiv, aber nicht auf allen Versandwegen.
- DMARC: Starte pragmatisch (p=none) und arbeite dich sauber hoch.
- Alignment: From-Domain muss zu SPF/DKIM passen, sonst bringt DMARC wenig Freude.
Wenn du Mailgun parallel zu anderen Systemen nutzt (Produktmails, CRM, Newsletter), ist Alignment besonders wichtig. Sonst hast du mehrere Absender-Wahrheiten und die Provider winken eher ab.
Mehr dazu:
SPF, DKIM, DMARC: GuideSPF: Der Guide DKIM richtig einrichten
DMARC Praxis-Guide
Domain Alignment erklärt

4) Unsubscribe: Mach es einfach (sonst wird’s ungemütlich)
Abmeldung muss leicht sein. Wenn der Empfänger suchen muss, gewinnt oft der Spam-Button. Und der ist wie eine steife Brise: Kommt schnell, bleibt lange.
Best Practice ist eine klare Abmeldeoption im Footer plus List-Unsubscribe Header (idealerweise One-Click). Achte darauf, dass Abmeldungen schnell verarbeitet werden und du sauber loggst.
- Footer-Link: gut sichtbar, nicht versteckt.
- List-Unsubscribe: URL (optional plus mailto).
- One-Click: robust, idempotent, ohne Klick-Fallen.
Mehr dazu:
Newsletter-Abmeldung: Best PracticesPostmaster Tools: Compliance & Spam-Rate
5) Suppressions: Dein Airbag (und manchmal deine Handbremse)
Mailgun schützt dich (und sich) über Suppressions: Bounces, Complaints, Unsubscribes. Das ist grundsätzlich gut. Blöd wird es nur, wenn du im CRM dagegen arbeitest und die gleichen kaputten Adressen immer wieder „neu entdeckst“.
- Hard Bounces: raus aus der aktiven Versandlogik.
- Soft Bounces: beobachten und Regeln definieren (z. B. nach X Mal pausieren).
- Complaints: sofort stoppen, Ursache suchen (Quelle, Frequenz, Erwartung).
- Unsubscribes: nicht „zurückgewinnen“ per Trick, lieber Preference Center sauber machen.
Wenn du Suppressions sauber mit deinem CRM synchronisierst, sparst du Geld, Ärger und Reputation. Kurz: weniger Leck im Boot.
Mehr dazu:
Bounce Management verstehenListenhygiene & Zustellbarkeit
Spamtraps: Hits reduzieren
6) Throttling & Rate Limits: Wenn Provider „Langsam!“ rufen
Viele Temporary Fails sind kein Drama, sondern ein Signal: Der Provider bremst. Typische Gründe sind Volumen-Peaks, frische Reputation oder Muster, die wie „zu viel auf einmal“ wirken.
- Peaks vermeiden: lieber gleichmäßig senden als Wellenreiten im Sturm.
- Segmentieren: erst Engaged, dann Rest. Das stabilisiert Signale.
- Retry-Logik verstehen: Was wird wie oft erneut versucht?
Wenn du technisch tiefer rein willst: Throttling ist am Ende MTA-Verhalten plus Provider-Reaktion. Du brauchst beides im Blick, sonst stolperst du über die gleiche Welle zweimal.
Mehr dazu:
Mail Transfer Agent (MTA) erklärtPostmaster Tools: Delivery Errors
Domain Reputation aufbauen
7) Dedicated IP & Warmup: Wann es sich lohnt (und wann nicht)
Eine dedizierte IP ist kein magischer Reset-Button. Sie lohnt sich meist nur, wenn du stabiles Volumen, Zeit fürs Warmup und saubere Daten hast. Sonst wechselst du von „Shared Chaos“ zu „eigene Baustelle“.
- Sinnvoll, wenn: gleichmäßiger Versand, klare Prozesse, Hygiene sitzt.
- Riskant, wenn: du eigentlich ein Engagement- oder Datenproblem hast.
- Warmup: Volumen schrittweise steigern, zuerst die Engagierten anschreiben.
Bei Mailgun gilt wie überall: Warmup ist kein Sprint. Eher ein ruhiger Törn mit Kompass, sonst wird’s Seekrankheit im Reporting.
Mehr dazu:
Shared vs. dedizierte IP
Domain Reputation: Ursachen & Aufbau
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8) Debug-Playbook: So findest du die Ursache reproduzierbar
Wenn du es ohne Rätselraten lösen willst, geh immer in der gleichen Reihenfolge vor. Das spart Zeit und Diskussionen im Team.
- Provider wählen: z. B. Gmail oder Microsoft, nicht alles gleichzeitig.
- Events prüfen: Wo kippt es? Annahme, Retry-Schleife, dauerhafter Fail?
- Fehlertyp trennen: Soft vs Hard, Codes sammeln.
- Hypothese bilden: Auth, Reputation, Liste, Peak, Inhalt/Muster.
- Fix testen: erst Engaged-Segment, dann ausrollen.
Mehr dazu:
Bounce Management verstehen
Google Postmaster Tools: Fehler lesen
9) Mini-Checkliste zum Mitnehmen
- SPF/DKIM/DMARC vorhanden und sauber?
- Alignment passt (From vs. Return-Path/DKIM d=)?
- List-Unsubscribe (One-Click) korrekt umgesetzt?
- Suppressions verstanden und im CRM-Prozess berücksichtigt?
- Temporary vs. Permanent Fail getrennt ausgewertet?
- Volumen stabil, keine Peaks ohne Plan?
Wenn du damit nicht weiterkommst: Dann ist es meistens kein „ein Setting“, sondern ein Muster. Und Muster löst man am besten mit klaren Daten, nicht mit Hoffen.
Mehr dazu:
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Ergänzende Artikel
Fazit
Mailgun ist selten das Problem, sondern das Setup drumherum: Auth sauber, Abmeldung einfach, Suppressions respektieren und Versand wie ein ruhiger Törn statt Sturmfahrt. Wenn du Logs richtig liest und Volumen stabil hältst, wird aus Zufall wieder Kontrolle und aus Spam wieder Inbox.
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Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.