Mail Tester: Score richtig lesen und Zustellprobleme erkennen
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Frank
- Aktualisiert am 19. Februar 2026
Mail Tester ist oft der erste Stopp, wenn E-Mails im Spam landen oder gar nicht ankommen. Du schickst eine Testmail hin, bekommst einen Score und eine Liste mit Warnungen.
Praktisch, ja. Aber: Der Score ist wie ein Wetterbericht an der Küste. Er sagt dir, dass Wind ist. Nicht zwingend, woher er kommt und ob du gleich mit Orkan rechnen musst.
Damit du aus den Ergebnissen die richtigen Schlüsse ziehst, schauen wir uns an:
- ☑️ was der Score wirklich bedeutet
- ☑️ welche Warnungen kritisch sind
- ☑️ welche Punkte häufig überbewertet werden
- ☑️ und welche Checks du als Nächstes machen solltest
Inhalt
Was misst Mail Tester eigentlich?
Mail Tester prüft typischerweise drei Bereiche:
- Technik rund um die Absenderdomain
SPF, DKIM, DMARC, teils Reverse DNS und Header-Themen (je nach Setup). - Inhalt und Format der E-Mail
Betreff, HTML-Qualität, fehlender Plaintext, kaputte Links, auffällige Muster. - Reputation/Blacklist-Indikatoren
Hinweise auf Blocklists oder „verdächtige“ Signale (je nach System).
Wichtig: Mail Tester ist ein Test unter Laborbedingungen. Er sagt dir wenig darüber, was später bei Gmail, Outlook und Co. in der echten Inbox passiert, wenn du an große Listen sendest.

Den Score richtig einordnen: 10/10 ist kein Freifahrtschein
Ein hoher Score ist gut. Aber er heißt nicht automatisch:
- „landet garantiert in der Inbox“
- „dein Problem ist gelöst“
- „Gmail liebt dich jetzt“
Und ein niedriger Score heißt nicht automatisch:
- „du bist auf einer Blocklist“
- „deine Domain ist verbrannt“
- „alles brennt“
Der Score ist vor allem ein Hinweis: Hier sind potenzielle Schwachstellen. Mehr nicht.
Die 6 häufigsten Warnungen (und was du damit machst)
1) SPF fehlt oder ist „softfail“
Wie kritisch? Mittel bis hoch
Warum? SPF ist hilfreich, aber als alleiniger Rettungsanker unzuverlässig.
Was tun?
- SPF korrekt setzen, DNS-Lookups im Blick behalten
- noch wichtiger: DKIM stabil und DMARC sinnvoll konfigurieren
2) DKIM fehlt oder „failed“
Wie kritisch? Hoch
Warum? DKIM ist dein technischer Vertrauensanker. Wenn DKIM bricht, bricht oft die Zustellbarkeit.
Was tun?
- prüfen, ob DKIM überhaupt gesetzt wird
- Weiterleitungen/Manipulation durch Systeme checken
- bei mehreren Versandwegen: pro Sender saubere DKIM-Konfiguration
3) DMARC fehlt
Wie kritisch? Mittel kurzfristig, hoch strategisch
Warum? DMARC hilft beim Schutz der Domain und bei sauberer Ausrichtung (Alignment).
Was tun?
- DMARC mindestens mit
p=nonestarten - Reports auswerten, dann Richtung
quarantine/rejectentwickeln
4) „Message is not multipart/alternative“ (kein Plaintext)
Wie kritisch? Niedrig bis mittel
Warum? Viele Clients und Filter mögen einen Plaintext-Part. Eher Hygiene als Killer-Kriterium.
Was tun?
- im ESP/Template sicherstellen, dass ein Plaintext-Part existiert
5) „Bad formatting / HTML issues“
Wie kritisch? Mittel
Warum? Kaputtes HTML kann Rendering und Scoring beeinflussen.
Was tun?
- HTML validieren, Tags schließen
- Tracking-Links prüfen, Redirect-Ketten vermeiden
6) Blocklist-Hinweise
Wie kritisch? Kommt drauf an
Warum? Es gibt wichtige Blocklists und es gibt „nice to know“-Listen.
Was tun?
- nicht panisch werden
- erst klären: betrifft es wirklich deine Versand-IP/Domain und ist es eine relevante Liste?
Die zwei größten Mail-Tester-Fallen
Falle 1: Du testest mit anderer Infrastruktur als im echten Versand
Wenn du Testmails über einen anderen Server schickst als echte Kampagnen, misst du nicht das, was später passiert.
Merksatz: Testen ist nur sinnvoll, wenn die Technik identisch ist.
Falle 2: Du optimierst auf den Score statt auf Inbox Placement
Man kann Mail Tester „glücklich machen“, ohne dass Gmail oder Outlook beeindruckt sind. Echte Zustellbarkeit hängt stark ab von:
- Empfänger-Engagement
- Beschwerderate
- Listenqualität
- Versandverhalten (Spikes, Frequenz, Warmup)
- Domain-/IP-Reputation
Was du als Nächstes prüfen solltest (Mini-Checkliste)
Wenn Mail Tester auffällig ist oder du echte Zustellprobleme hast, geh so vor:
- DKIM muss stabil funktionieren
- DMARC-Alignment prüfen (SPF und DKIM aligned?)
- Provider-Signale prüfen (z. B. Google Postmaster Tools, wenn möglich)
- Bounces und Beschwerden anschauen
- Listenqualität checken (Inaktive, Spamtraps, Form-Spam)
- Versandverhalten prüfen (zu schnell, zu viel, unregelmäßig?)
Wann Mail Tester dir wirklich hilft
Mail Tester ist super für:
- schnelle technische Hygiene
- Template/Plaintext/HTML prüfen
- offensichtliche Authentifizierungsfehler sichtbar machen
Er ist weniger geeignet für:
- reale Inbox-Placement-Vorhersagen
- Bewertung von Reputation und Engagement
- provider-spezifische Ursachen (Gmail/Outlook)
FAQ zu Mail Tester
Ist ein Score von 10/10 gleichbedeutend mit Inbox?
Nein. Ein hoher Score bedeutet vor allem: technische Hygiene und Inhalte wirken unauffällig. Ob du wirklich in der Inbox landest, entscheiden zusätzlich Reputation, Engagement, Beschwerden und Provider-Signale (Gmail/Outlook).Warum zeigt Mail Tester ‚DKIM fail‘, obwohl DKIM bei uns aktiv ist?
Häufige Ursachen sind: DKIM wird nicht bei allen Versandwegen gesetzt, die Signatur wird unterwegs verändert (Weiterleitung, Gateway, Security-Tool), oder du testest über eine andere Infrastruktur als im echten Versand. Prüfe, ob die DKIM-Signatur im final zugestellten Header vorhanden und gültig ist.Wie wichtig ist SPF für die Zustellbarkeit?
SPF ist wichtig, aber als alleiniger Rettungsanker unzuverlässig (z. B. bei Weiterleitungen). Für stabile Zustellbarkeit sollte DKIM zuverlässig funktionieren und DMARC sinnvoll aufgesetzt sein, damit Alignment sauber bewertet werden kann.Warum unterscheiden sich Mail-Tester-Ergebnisse vom echten Versand?
Mail Tester ist ein Labortest. Reale Zustellbarkeit hängt stark von Empfängerreaktionen, Versandvolumen, Frequenz, Beschwerden und der Reputation von Domain/IP ab. Außerdem testen viele versehentlich über einen anderen Host/ESP als im Live-Versand.Welche Mail-Tester-Warnungen sind wirklich kritisch?
Am kritischsten sind fehlendes oder fehlerhaftes DKIM, DMARC/Alignment-Probleme und Hinweise auf Reputation/Blocklists. Themen wie fehlender Plaintext oder kleinere HTML-Macken sind eher Hygiene, können aber in Summe trotzdem schaden.Wie oft sollte ich mit Mail Tester prüfen?
Immer dann, wenn du dein Template, Tracking, Absender-Setup oder Versandweg änderst. Zusätzlich nach Auffälligkeiten (Spam/Block, plötzliche Bounce-Spikes). Für laufende Qualitätssicherung reicht bei stabilen Setups meist ein regelmäßiger Check (z. B. monatlich).
Fazit
Mail Tester ist ein guter erster Blick, aber nicht das ganze Wetterradar. Nutze ihn, um Symptome zu finden und Technik zu prüfen. Wenn du echte Zustellprobleme hast, brauchst du die zweite Ebene: Alignment, Reputation, Engagement und Provider-Signale.
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Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.