HTML, Plain Text oder Multipart: Welches E-Mail-Format ist am besten?
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Frank
- Aktualisiert am 8. Mai 2026
HTML-Mail, Textversion, Multipart: Klingt technisch, entscheidet aber oft über Darstellung, Tracking und manchmal sogar Zustellbarkeit. In diesem Artikel bekommst du erst die Kurzantwort für Marketer und dann den Deep Dive zu MIME, Content-Type & typischen Fehlern. Plus Quickcheck, damit du sofort siehst, ob deine Mails sauber gebaut sind.
Was ist ein IP Warm-up?
Ein IP Warm-up ist der schrittweise Aufbau von Versandvolumen über eine neue dedizierte IP-Adresse. Ziel ist es, bei Mailbox Providern wie Gmail, Microsoft, Yahoo oder GMX Vertrauen aufzubauen, bevor größere Mengen an Marketing- oder Transaktionsmails versendet werden.
In der Praxis bedeutet das: Du startest mit kleinen Volumen, sendest zuerst an besonders aktive Empfänger, beobachtest Bounces, Beschwerden, Delays und Engagement pro Provider und erhöhst das Volumen nur, wenn die Signale stabil bleiben.
TL;DR: IP Warm-up richtig angehen
- Starte klein: Eine neue dedizierte IP braucht erst Vertrauen, bevor sie größeres Volumen tragen kann.
- Nimm die besten Empfänger zuerst: Beginne mit aktiven Kontakten, nicht mit alten oder riskanten Listen.
- Steigere nicht nach Bauchgefühl: Beobachte Bounces, Beschwerden, Delays und Engagement pro Mailbox Provider.
- Verlass dich nicht blind auf den ESP: Nicht jedes Tool steuert Pacing, Throttling und Provider-Logik sauber.
- Finger weg von künstlichem Warm-up: Echte Reputation entsteht durch echte positive Empfängerreaktionen.
Merke: Ein gutes IP Warm-up ist kein starrer Tagesplan, sondern kontrollierter Reputationsaufbau mit sauberen Daten, stabilem Volumen und ehrlichem Monitoring.
E-Mail-Formate im Überblick (Kurzvergleich)
Im E-Mail-Marketing begegnen dir praktisch immer drei Varianten: Plain Text, HTML und Multipart. Hier ist der schnelle Überblick, damit du in 60 Sekunden weißt, worüber wir reden – und was du in der Praxis nutzen solltest.
| Format | MIME / Content-Type | Was sieht der Empfänger? | Typische Nutzung | Zustellbarkeits-Relevanz | Praxis-Fazit |
|---|---|---|---|---|---|
| Plain Text | text/plain |
Nur Text. Keine Bilder, keine Gestaltung, keine Buttons. | Einfache Systemmails, technische Benachrichtigungen, persönliche 1:1-Kommunikation. | Meist unkritisch. Kann aber für Marketing-Mails zu schlicht wirken und bietet weniger Gestaltungsspielraum. | Gut für einfache Nachrichten. Für Newsletter allein selten die beste Wahl. |
| HTML | text/html |
Layout, Bilder, Farben, Links, Buttons und Branding. | Newsletter, Kampagnen, Produktmails, redaktionelle E-Mails. | Kein automatischer Nachteil. Problematisch wird es bei kaputtem HTML, zu vielen Bildern oder fehlender Textversion. | Standard im E-Mail-Marketing. Aber bitte nicht als reine HTML-Mail ohne sinnvolle Textversion. |
| Multipart/Alternative | multipart/alternativeenthält text/plain und text/html |
Meist die HTML-Version. Der E-Mail-Client kann aber auf die Textversion zurückgreifen. | Professionelle Newsletter, Marketing-Kampagnen, viele transaktionale E-Mails mit Branding. | Technisch sauberer Aufbau. Hilft, Darstellungsprobleme zu reduzieren und unnötige Auffälligkeiten zu vermeiden. | Empfehlung: Für Newsletter und Kampagnen in der Regel die beste Wahl. |
Wichtig: Multipart ist nicht gleich "viel Inhalt"
- Newsletter/Kampagnen:
multipart/alternative(HTML + Textversion) - Transaktionsmails: oft reicht
text/plainoder ebenfalls Multipart (je nach Branding) - Nie vergessen: Textversion nicht “automatisch irgendwie” – sondern sinnvoll, lesbar und inhaltlich passend zum HTML
Der wichtigste Standard: MIME
Wer sich ernsthaft mit E-Mail-Zustellbarkeit beschäftigt, sollte zunächst einmal verstehen, wie eine E-Mail aufgebaut ist.
Der gängige Standard für moderne E-Mails entwickelte sich Mitte der 1990er und nennt sich MIME (Multipurpose Internet Mail Extensions). Erst dieser machte aus der E-Mail ein universelles Werkzeug, weil sie seither auch Sonderzeichen und binäre Daten (z.B. Dateianhänge) transportieren kann.
Dank MIME sind auch unterschiedliche Medientypen erlaubt. (“media types”). Und von denen gibt es Unzählige.
Das Problem: Nicht jeder Client kann mit jedem Medientypen umgehen. Weil sie für die normale E-Mail-Kommunikation eh keine Rolle spielen oder gar ein Sicherheitsrisiko darstellen. Einige Medientypen konnten sich auch gar nicht durchsetzen, wie das aus Microsoft Word bzw. Outlook entstammende Richtext-Format.
Binäre Formate für Grafiken, Audioinhalte, Videos und Apps lasse ich an dieser Stelle mal außen vor. Sofern du tiefer in das Thema einsteigen willst, kannst du dich hier einlesen:
Der Aufbau einer modernen E-Mail
Für Newsletter und Marketing-Mails ist meistens multipart/alternative relevant. Dabei enthält die E-Mail zwei Varianten desselben Inhalts: eine Textversion mit text/plain und eine HTML-Version mit text/html. Der E-Mail-Client entscheidet anschließend, welche Variante angezeigt wird.
So sieht multipart/alternative vereinfacht aus
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/alternative; boundary="frontier"
--frontier
Content-Type: text/plain; charset="UTF-8"
Dies ist die Textversion der Nachricht.
--frontier
Content-Type: text/html; charset="UTF-8"
<html>
<body>
<p>Dies ist die HTML-Version der Nachricht.</p>
</body>
</html>
--frontier-- Mein Tipp: Betrachte mal den Quellcode ausgewählter E-Mails in deinem Postfach. Welche basieren auf dem MIME-Standard? Wie viele Body Parts entdeckst du?
Tatsächlich wirst du schnell Unterschiede feststellen:
- Einige E-Mails nutzen MIME und umfassen zwei Body Parts (wie im Beispiel)
- Einige E-Mails nutzen MIME und umfassen nur einen einzigen Body Part:
- Einige E-Mails nutzen kein MIME
Die wichtigsten E-Mail-Formate im Vergleich
Für das E-Mail-Marketing spielen allein diese drei Formate eine Rolle:
- Plain-Text-E-Mail (Ein MIME Bodypart des Medientyps text/plain)
- HTML-E-Mail (Ein MIME Bodypart des Medientyps text/html)
- Multipart-E-Mail (Ein MIME Bodypart des Medientyps text/plain UND ein MIME Bodypart des Medientyps text/html)
1. Plain-Text-E-Mails
Plain-Text-E-Mails bestehen ausschließlich aus unformatierten Text ohne grafische Elemente, Farben oder spezielle Schriftarten. Sie sind einfach, klein in der Dateigröße und universell kompatibel, da sie von allen E-Mail-Clients problemlos gelesen werden können.
Vorteile:
- Hohe Kompatibilität mit allen Endgeräten und E-Mail-Clients
- Geringere Dateigröße, was weniger Speicherplatz und Bandbreite benötigt
- Weniger anfällig für Sicherheitsrisiken wie Phishing oder Malware
Größere Barrierefreiheit für Screenreader und ältere Systeme
Nachteile:
- Keine Formatierungsmöglichkeiten (keine Farben, Bilder, Links mit Ankertext)
- Begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, wodurch die visuelle Attraktivität leidet
- Verlinkungen sind nicht möglich (Zeichenketten, die wie URLs aussehen, verlinkt der Client des Empfängers allenfalls von sich aus)
2. HTML-E-Mails
HTML (Hypertext Markup Language) ermöglicht die Gestaltung von E-Mails mit Farben, Bildern, Links und Schriftarten. Diese Formate ähneln Webseiten und können ansprechende Layouts sowie interaktive Inhalte enthalten.
Vorteile:
- Attraktives Design durch Formatierungen, Bilder und Farben
- Interaktive Elemente wie Buttons und Links mit Ankertext
- Möglichkeit zur Integration von Tracking-Tools zur Analyse des Nutzerverhaltens
Bessere Darstellung von Branding-Elementen (Logos, CI/CD)
Nachteile:
- Höhere Dateigröße und längere Ladezeiten
- Kompatibilitätsprobleme mit einigen älteren E-Mail-Clients oder Textbasierten Systemen
- Erhöhte Sicherheitsrisiken durch potenziell gefährlichen Code (z. B. Phishing-Angriffe)
- Abhängigkeit von der korrekten Anzeige in verschiedenen E-Mail-Programmen (Rendering-Probleme)
3. Multipart-E-Mails
Eine Multipart-E-Mail umfasst sowohl einen Plain-Text- als auch einen HTML-Teil. Für den Empfänger sichtbar ist in der Regel allein der HTML-Teil. Der MIME Bodypart des Medientyps text/plain bleibt hingegen verborgen
Vorteile:
- Siehe HTML
- Der Text-Anteil der E-Mail lässt sich durch den Plain-Text-Teil vergrößern. Das kann die Zustellbarkeit verbessern
- Multipart ist kein Zustellbarkeits-Zaubertrick. Aber eine sauber aufgebaute E-Mail mit passender Text- und HTML-Version wirkt vollständiger, robuster und vermeidet unnötige technische Auffälligkeiten. Problematisch wird es, wenn der Plain-Text-Teil leer ist, HTML enthält oder inhaltlich stark von der HTML-Version abweicht.
Nachteile:
- Höhere Dateigröße und längere Ladezeiten
- Erhöhte Sicherheitsrisiken durch potenziell gefährlichen Code (z. B. Phishing-Angriffe)
- Abhängigkeit von der korrekten Anzeige in verschiedenen E-Mail-Programmen (Rendering-Probleme)
- Ggf. etwas höherer Aufwand bei der Erstellung
Welches Format ist nun das Beste?
Für den Einsatz im Marketing empfehle ich allein das Multipart-Format. Richtig eingesetzt kann es dabei helfen, deine E-Mail-Zustellbarkeit zu verbessern. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten:
- Sorge für den korrekten Aufbau der MIME-Hierarchie. Mir kommen fortlaufend E-Mails in die Finger, in denen ganze Bodyparts fehlen oder leer sind.
- Achte darauf, dass der Textinhalt im HTML- und Plain-Text-Teil möglichst identisch ist. Das setzt voraus, dass der HTML-Teil nicht ausschließlich aus Bildern bestehen sollte. Und dass der Plain-Text-Teil keine HTML Tags beinhaltet.
- Trage dafür Sorge, dass das Bild-Text-Verhältnis ausgewogen ist. Einige Experten*innen nennen eine Messlatte von 30:70, wobei sich das Volumen einer Grafik schlecht mit dem von Text vergleichen lässt.
- Verzichte nach Möglichkeit auf weitere MIME Bodyparts. Also zum Beispiel auf Dateianhänge, eingebettete Grafiken . Spamfilter mögen keine Inhalte, die sie nicht schnell analysieren können.
- Base64-Verschlüsselung von Text und HTML ist für moderne Spamfilter zwar kein Problem mehr. Aber es ist in der Regel überflüssig und bläht den Code unnötig auf.
Umsetzung in der Versandsoftware
Fast jede professionelle Versandlösung, sei es die eines ESPs oder sei es ein CRM, unterstützt Multipart. Ebenso gängige Email APIs wie jene von Sendgrid und Mailjet.
Einige Lösungen generieren Multipart-E-Mails, ohne dass man als Versender davon etwas mitbekommt. Zum Beispiel Brevo. Das Tool extrahiert dazu vor dem Versand den Text aus dem HTML-Teil. Manuelles Eingreifen ist zwar nicht möglich, aber dafür kann man auch nicht mehr viel falsch machen.
Wahr ist aber auch: Einige ältere Versandlösungen unterstützen immer noch kein MIME – und somit auch kein Multipart-Format.
MIME-Quickcheck: So prüfst du dein E-Mail-Format
Du musst dafür nicht gleich mit Ölzeug in den Maschinenraum. Öffne den vollständigen E-Mail-Header oder den Quelltext einer empfangenen Nachricht und prüfe diese Punkte:
- Gibt es einen Header
MIME-Version: 1.0? - Steht im
Content-Typemultipart/alternative? - Enthält die Nachricht einen Teil mit
text/plain? - Enthält die Nachricht einen Teil mit
text/html? - Ist die Textversion lesbar und inhaltlich ähnlich zur HTML-Version?
Wenn du den Header schneller prüfen möchtest, kannst du auch den kostenlosen Moin Inbox! Header Check nutzen.
Fazit
Multipart ist im Marketing die beste Wahl: HTML plus saubere Textversion reduziert Rendering-Probleme und wirkt für Spamfilter vertrauenswürdiger als “nur HTML”. Achte auf konsistente Inhalte in beiden Teilen, einen korrekten MIME-Aufbau und vermeide unnötige Anhänge. Teste regelmäßig mit echten Postfächern, dann bleibt die Zustellbarkeit stabiler.
Kostenlose Beratung
Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.