Brevo Zustellprobleme lösen: Spam, Bounces, Gmail & Outlook (Checkliste)

Brevo ist im deutschsprachigen Raum eine der verbreitetsten Lösungen für E-Mail-Marketing. Doch vor plötzlichen Zustellproblemen ist niemand sicher. Was tun, wenn Newsletter, Trigger Mails etc. plötzlich nicht mehr beim Kunden ankommen?

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Brevo Zustellprobleme: Sofort-Check (10 Minuten):

  • 1️⃣ Betrifft es alle Domains oder nur Gmail/Outlook?
  • 2️⃣ Spikes bei Bounce/Complaint?
  • 3️⃣ Neues Setup? (neue Domain, neue Liste, neues Volume)
  • 4️⃣ Auth ok? (SPF/DKIM/DMARC + Alignment)
  • 5️⃣ Engagement eingebrochen? (Click Reach / Inaktivität)

Wenn du hier bereits Auffälligkeiten siehst, hast du meist schon den Kern des Problems.

Brevo, früher bekannt als Sendinblue, ist aufgrund eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses ein beliebter ESP. Und prinzipiell ein seriöser Anbieter. Du hast dennoch Zustellprobleme? In diesem Artikel werde ich die besten Praktiken und Tipps zur Verbesserung der E-Mail-Zustellbarkeit mit Brevo präsentieren.

Typische Ursachen für Zustellprobleme mit Brevo

Zunächst einmal heißt die Devise: Ruhe bewahren. Zustellprobleme können zwar kostspielig sein. Aber eine falsche Reaktion kann den Schaden noch vergrößern.

1) Shared IP und Reputation

Brevo arbeitet standardmäßig mit Shared IPs. Das ist nicht per se schlecht, kann aber problematisch werden, wenn andere Versender im selben IP-Pool nachlässig mit Datenhygiene oder Beschwerden umgehen.
Brevo versucht problematische Absender frühzeitig zu erkennen, doch Verzögerungen sind möglich. Besonders kritisch wird es, wenn dein eigenes Email Engagement gleichzeitig sinkt.

Wichtig: Auch auf Shared IPs zählt langfristig vor allem deine Domain Reputation.

2) Authentifizierung und Domain Alignment

Ein häufiger Stolperstein ist ein unsauber konfiguriertes Domain-Setup.
SPF ist bei Shared-Setups weniger aussagekräftig, DKIM dagegen essenziell. Entscheidend ist, dass Absenderdomain, DKIM-Domain und sichtbare From-Adresse zueinander passen.
DMARC hilft dir zusätzlich, Fehlkonfigurationen zu erkennen und Missbrauch zu verhindern.

Faustregel: Wenn DKIM nicht sauber greift oder Alignment fehlt, verschärfen Mailbox Provider die Bewertung sehr schnell.

3) Sinkendes Engagement und zu viele Inaktive

Der häufigste Grund für Zustellprobleme ist kein technischer Fehler, sondern mangelndes Nutzerinteresse.
Wenn ein großer Teil deiner Empfänger seit Monaten nicht öffnet oder klickt, sendest du aus Sicht der Provider zunehmend „unerwünschte“ Mails.

Alarmzeichen:

  • Starker Einbruch bei Öffnungen oder Klicks
  • Hoher Anteil inaktiver Kontakte nach 3–6 Monaten
  • Große Unterschiede zwischen einzelnen Empfänger-Domains

Brevo bietet Segmentierung nach Engagement. Nutze sie konsequent.

4) Versandverhalten und Volumen-Spikes

Plötzliche Volumensteigerungen, unregelmäßige Versandmuster oder lange Versandpausen wirken verdächtig.
Besonders problematisch: Nach Wochen Funkstille direkt wieder an die komplette Liste senden. Für Spamfilter sieht das aus wie ein Neustart ohne Vertrauen.

Merke: Stabilität schlägt Frequenz.

Wie erkennst du Zustellprobleme in Brevo?

Zustellprobleme lassen sich bei Brevo nicht leicht erkennen. Allein im Entreprise Plan wird ein Reiter für „Email Deliverability“ angezeigt , der jedoch im Wesentlichen auf die Delivery Rate stützt.

Darüber hinaus werden wenig Details zu Bounces bereitgestellt. Die Opens enthalten Bot-Daten (ausgelöst vor allem durch ITP seit iOS 15) und und auch Bot Clicks werden standardmäßig nicht herausgefiltert, was zu einem verzerrten Bild führt. Du musst also sehr tief einsteigen, um Probleme rechtzeitig identifizieren zu können.

Diese Signale sind kritisch:

  • Beschwerden über 0,1 %
  • Stark abweichende Performance einzelner Domains
  • Einbruch der Click Reach über mehrere Kampagnen
  • Zunehmende Soft Bounces oder temporäre Fehler

Beobachte Trends, nicht einzelne Kampagnen.

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Mangelhafte Datenhygiene als Ursache

Oft sind inaktive Kontakte das Problem. Also Abonnenten, die bereits  seit Monaten nicht mehr mit deinen Newslettern interagieren. Das wirkt sich negativ auf deine Email Domain Reputation aus. 

Versuche mal im Rahmen eines Experiments deinen Click Reach für 1, 3, 6 und 12 Monate zu ermitteln. Also den Anteil deiner Newsletter-Empfänger, die in dieser Zeit mindestens einmal einen Link angeklickt haben. Um diese Kennzahl ermitteln zu können, sollten in deinen „Standardeinstellungen“ die „Anonymisierung von Trackings“ deaktiviert sein. (DSGVO beachten!)

Vorgehensweise:

  1. Auf Kontakte -> Segmente wechseln
  2. Ein neues Segment erstellen
  3.  Filter anlegen (mind.1 x geöffnet ODER mind. 1 geklickt innerhalb von 3 Monaten)
  4. Segment abspeichern
Brevo Segment

Alterrnativ kannst du auch auf den Engagement Status zurückgreifen.  Unter Kontakte->Einstellungen lässt sich dieser individuell anpassen.

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Jetzt hast du deine aktiven Kontakte ermittelt. Umgekehrt weißt du also, wie viele deine Kontakte inaktiv sind. Und wie sich deren Anteil von Monat zu Monat verändert. Tipp: Ein Anteil inaktiver Kontakte von mehr 40 % nach 6 Monaten ist kritisch. Vor allem, wenn der Anteil, steil ansteigt.

Die Lösung? Lösche Kontakte, die seit mehr als 8 Monaten nicht mehr aktiv waren. Und versuche Kontakte mit nur noch wenig Engagement zu reaktivieren. 

Maßnahmenplan: So kommst du zurück in die Inbox

Sofort (heute)

  • Versand an klar inaktive Segmente pausieren
  • Auffällige Domains separat betrachten
  • Keine Volumen-Experimente starten

Kurzfristig (nächste 7–14 Tage)

  • Engagement-basierte Segmente aufbauen
  • Versand auf aktive Kontakte fokussieren
  • Authentifizierung und Domain Alignment prüfen
  • Versandvolumen stabil halten

Mittelfristig (30–60 Tage)

  • Reaktivierungsstrecken für „lauwarme“ Kontakte
  • Konsequente Sunset-Policy etablieren
  • Versandlogik an echtes Nutzerverhalten anpassen

Dedizierte IP: Lösung oder Ablenkung?

Der Brevo-Support bietet seinen guten Kunden mit großem Versandvolumen gerne dedizierte IPs an und suggeriert so eine bessere Zustellbarkeit der E-Mails. Das ist jedoch ein Trugschluss, denn das Kernproblem bleibt so oft ungelöst.

Sie macht nur Sinn, wenn:

  • dein Versandvolumen hoch und konstant ist
  • deine Daten sauber sind
  • du bereit bist, die IP kontrolliert aufzuwärmen

Ohne gute Engagement-Signale verschärfst du das Problem eher, statt es zu lösen.

Kostenlose Beratung

Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Frank Rix
Frank Rix (Autor)

Fazit

Zustellprobleme mit Brevo sind kein Zufall und kein Tool-Bug. Sie sind ein Signal, dass Reputation, Engagement oder Versandlogik aus dem Gleichgewicht geraten sind.
Wer systematisch vorgeht, Inaktive konsequent aussteuert und Authentifizierung sauber hält, bekommt die Zustellung meist stabil zurück. Nicht über Nacht, aber nachhaltig.
Die Inbox ist kein Geschenk. Man muss sie sich verdienen.