E-Mail-Zustellprobleme mit beehiiv: Was tun, um die Zustellbarkeit zu verbessern?
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Frank
- Aktualisiert am 15. Januar 2026
Wenn beehiiv-Newsletter plötzlich im Spam landen oder die Opens einbrechen, ist das selten Zufall. Meist sind es Domain-Setup, fehlende Authentifizierung oder zu viele inaktive Abonnenten. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du typische beehiiv-Zustellprobleme erkennst, richtig einordnest und mit überschaubarem Aufwand behebst.

Wenn du nur 10 Minuten hast: mach das jetzt
1️⃣ Custom Domain aktiv? (Pflicht, sonst schwimmst du immer im Shared-Meer)
2️⃣ DMARC vorhanden? (beehiiv verlangt für Custom Domains einen gültigen DMARC Record seit Feb 2024)
3️⃣ Inaktive Kontakte raus, bevor du mehr sendest (sonst sägst du am eigenen Mast)
Was wirklich hilft und was du dir sparen kannst
beehiiv ist aufgrund seines enormen Funktionsumfangs und eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses ein beliebter ESP. Vor allem für Creator und Content Publisher, die sich eine Community aufbauen wollen und Vertical Newsletter versenden. Denn das Tool ist stark, wenn es um Reichweite, Wachstum und Monetarisierung geht. Bei der Zustellbarkeit gilt allerdings wie auf See: Läuft alles ruhig, fragt niemand nach dem Wetterbericht. Kommt Sturm auf, wird’s schnell teuer. Sinkende Opens, Spamfolder, blockierte Domains. Zeit, genauer hinzusehen.
Warum beehiiv-Zustellprobleme keine Ausnahme sind
beehiiv nutzt SendGrid als Versand-Infrastruktur. Das bedeutet: Shared IPs, automatisches Reputations-Scoring und wenig individuelle Kontrolle. Für neue Publisher ist das bequem. Für wachsende Newsletter aber auch ein Risiko, weil du dir die IP-Reputation mit anderen teilst, deren Datenhygiene du nicht beeinflussen kannst.
Das allein ist noch kein Drama. Problematisch wird es, wenn weitere Faktoren dazukommen.
Die häufigsten Ursachen in der Praxis
1. Fehlende oder schwache Domain-Authentifizierung
Ohne Custom Domain, sauberes SPF, DKIM und ein aktives DMARC-Setup verschenkst du Vertrauen bei den Mailbox Providern. Gerade bei Gmail ist das inzwischen Pflichtprogramm, kein Nice-to-have.
2. Zu viele inaktive Abonnenten
Reichweite fühlt sich gut an. Für die Zustellbarkeit zählt aber Engagement. Wenn ein großer Teil deiner Liste seit Monaten nicht klickt oder öffnet, wertet das deine Domain schleichend ab.
Faustregel:
Mehr als 40 Prozent Inaktive nach sechs Monaten sind ein klares Warnsignal.
3. Fokus auf Opens statt echtes Engagement
Open Rates sind bei Apple Mail & Co. zunehmend unzuverlässig. Entscheidend sind Klicks, Replies und Weiterleitungen. Genau diese Signale fließen in das Reputationsmodell ein.
So erkennst du Zustellprobleme frühzeitig
beehiiv zeigt einen Deliverability bzw. Engagement Score an. Der stammt direkt von SendGrid. Liegt er dauerhaft unter 80, solltest du handeln.
Zusätzlich relevant:
- Stark fallende Opens bei einzelnen Domains wie Gmail oder Outlook
- Steigende Bounce- oder Complaint-Rates
- Sichtbare Unterschiede zwischen neuen und alten Abonnenten
Mangelhafte Datenhygiene als Ursache
beehiiv wird überwiegend von Versendern genutzt, die ihren Newsletter auf Basis ihrer Reichweite vermarkten. Je größer die Anzahl der Abonnenten, desto größer der Umsatz. Dieses Paradigma hält Versender davon ab, inaktive Kontakte aus ihren Listen zu entfernen. Also Abonnenten, die bereits seit Monaten nicht mehr mit deinen E-Mails interagieren. Das wirkt sich negativ auf deine Email Domain Reputation aus.
Wage mal ein Experiment und ermittle deinen Click Reach für 1, 3, 6 und 12 Monate. Also den Anteil deiner Newsletter-Empfänger, die in dieser Zeit geklickt haben. Um diese Kennzahl ermitteln zu können, sollten in deinen „Standardeinstellungen“ die „Anonymisierung von Trackings“ deaktiviert sein. (DSGVO beachten!)
Vorgehensweise:
- Auf Kontakte -> Segmente wechseln
- Ein neues Segment erstellen
- Filter anlegen (mind.1 x geöffnet ODER mind. 1 geklickt innerhalb von 3 Monaten)
- Segment abspeichern
Jetzt hast du deine aktiven Kontakte ermittelt. Umgekehrt weißt du also, wie viele deine Kontakte inaktiv sind. Und wie sich deren Anteil von Monat zu Monat verändert. Tipp: Ein Anteil inaktiver Kontakte von mehr 40 % nach 6 Monaten ist kritisch. Vor allem, wenn der Anteil, steil ansteigt.
Was du konkret tun kannst
1. Custom Domain sauber aufsetzen
Keine Experimente. Eigene Domain, vollständige Authentifizierung, bestehende Website auf der Root Domain. Je älter und stabiler die Domain, desto besser.
2. Aktive Segmente definieren
Erstelle Segmente auf Basis von Klicks oder Öffnungen innerhalb der letzten 90 Tage. Diese Gruppe ist dein Kernpublikum. Mit ihr solltest du regelmäßig versenden.
3. Inaktive Kontakte kontrolliert behandeln
Nicht sofort löschen, aber auch nicht weiter voll bespielen. Reaktivierungskampagnen ja, Dauerbeschallung nein.
4. Versandfrequenz stabil halten
Unregelmäßiger Versand schadet mehr als seltene Mails. Besser konstant einmal pro Woche als drei Ausgaben und dann Funkstille.
Ist eine dedizierte IP die Lösung?
beehiiv bietet seinen Kunden gerne dedizierte IPs an und suggeriert so eine bessere Zustellbarkeit der E-Mails. Doch liegt darin tatsächlich die Lösung:
Kurz gesagt: Meistens nein.
- Für eine dedizierte IP sollte das Versandvolumen mindestens 100.000 E-Mails je Monat umfassen. Und zwar möglichst gleichmäßig über den gesamten Zeitraum verteilt. Zum Beispiel durch Transaktions-Mails. Versandfreie Wochen aufgrund von Urlaub o.ä. sind eher kontraproduktiv.
- Jungfräuliche und vernachlässigte IPs müssen immer erst „aufgewärmt“ werden. Man emailt also nicht wie gewohnt drauf los, sondern erhöht das E-Mail-Volumen schrittweise auf das gewünschte Niveau. So etwas kann einige Wochen dauern. Begonnen wird mit etwa 5.000 E-Mails. Das Volumen wird Tag für Tag um etwa 25% erhöht.
- Solange zuhauf inaktive Kontakte oder sonstige Uralt-Datensätze unbekannter Herkunft in Listen schwirren, ist zunächst aufräumen angesagt. Denn nach dem Umstieg wird man nicht mehr von anderen Nutzern einer Shared IP „gerettet“. (Auch sonst muss nun das Thema Engagement ernst genommen werden!)
Kostenlose Beratung
Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Fazit
Zustellbarkeit bei beehiiv ist kein Tool-Problem, sondern ein Systemthema. Wer Engagement misst, seine Liste pflegt und technische Basics sauber umsetzt, kommt auch mit Shared IPs weit. Wer Reichweite über alles stellt, zahlt später mit schlechter Inbox-Platzierung.
Wenn du wissen willst, wo genau dein Newsletter steht, prüfe nicht nur Metriken, sondern das gesamte Setup. Genau dabei unterstütze ich dich gern. Ohne Panikmache, aber mit klarem Kurs.