Blocklist vs Blacklist: Unterschied + was du tun kannst
Im Kampf gegen Spam spielen Blacklists und Blocklists seit jeher eine wichtige Rolle. Und dennoch kennen viele Versender den Unterschied überhaupt nicht und nutzen die Begriffe synonym. Das ist schlecht, denn im Hinblick auf Email Deliverability sollte jeder die dahinterstehende Technologie verstehen. Deshalb widme ich mich heute diesem Thema.
- Blocklist = der Empfänger blockt dich aktiv (oft lokal/individuell).
- Blacklist/DNSBL = eine externe Liste liefert Signale, die Filter nutzen können.
- Erster Schritt: Bounce-Text lesen (z.B. 5.7.1 / blocked) und Provider/Tool prüfen.
- Zweiter Schritt: Ursache fixen (Auth, Listenqualität, Spamtraps, Complaints).
- Dritter Schritt: Delisting nur dann, wenn das Problem wirklich gelöst ist.
Was ist eine Blacklist?
Wenn im E-Mail-Marketing von einer Blacklist oder einer Schwarzen Liste gesprochen wird, ist fast immer von DNSBL (Domain Name System-Based Blacklisting) bzw. eine Real-Time Blackhole List (RBL) gemeint. Dahinter steckt eine Datenbank, die IP-Adressen oder Domänennamen enthält, welche als Quellen von Spam oder anderen bösartigen Aktivitäten bekannt sind. Diese Blacklists werden hauptsächlich zum Filtern von E-Mail-Nachrichten verwendet. Wenn ein E-Mail-Server eine Nachricht empfängt, kann er die sendende IP-Adresse oder Domäne anhand der DNSBL überprüfen. Wenn der Absender aufgeführt ist, kann die E-Mail markiert, unter Quarantäne gestellt oder direkt abgelehnt werden.
Blacklists gibt es sehr viele, denn prinzipiell kann jeder eine anlegen. Die Kosten für Hosting und Wartung sind jedoch nicht gering, so dass sich DNSBLs nur in wenigen Fällen für ein Geschäftsmodell geeignet sind. Problematisch ist es jedoch, wenn ein DNSBL-Betreiber für ein De-Listing eine Gebühr verlangt. Denn das hat den Beigeschmack einer Schutzgeldzahlung.
Was ist eine Blocklist?
Eine Blocklist ist eine Liste von IP-Adressen, Domains und E-Mail-Adressen, die ein empfangener Mailserver (Mail Transfer Agent) nutzt, um Spam außen vor zu lassen. Es geht also um das tatsächliche Blockieren von Verbindungen und E-Mails mit bestimmten Absenderadressen. Und nicht bloß um die Bereitstellung von Informationen für Spamfilter. Auf welcher Basis ein Eintrag erfolgt, kann der Betreiber des Mail Hosts selbst entscheiden. Auch manuelles Hinzufügen statischer Einträge ist in der Praxis üblich. Die Einträge von Blocklists basieren nicht selten auf einer oder mehreren Real-Time Blackhole Lists (RBL).
Blocklist-Eintrag: Woran erkenne ich das?
Du merkst eine Blocklist meist nicht im Posteingang, sondern im Versandreport: Rejections, 5xx Fehler oder Hinweise wie blocked, policy oder spam im Bounce-Text. Wichtig ist: Nicht jeder Block ist eine externe Blacklist. Oft ist es eine lokale Sperre beim Empfänger oder ein Security-Gateway im B2B.
- Typisch: 5.7.1 / blocked / policy rejection
- Oft B2B: Secure Email Gateway blockt (z. B. wegen Reputation, Inhalt, Links, fehlender Auth)
- Manchmal simpel: Empfänger hat dich manuell blockiert oder Regeln greifen
Welche Arten von Blacklists gibt es?
Nicht jede Blacklist ist gleich. Die wichtigsten DNSBL-Typen lassen sich grob so einteilen:
- IP-Blocklisten (z.B. SBL): Listen mit IPs oder IP-Ranges, von denen häufig Spam ausgeht. Sie werden oft genutzt, um eingehende E-Mails früh zu stoppen.
- Exploit-/Botnet-Listen (z.B. XBL): IPs kompromittierter Systeme (gehackte Server, Botnetze, offene Proxies), die für Spam missbraucht werden.
- Policy-Listen (z.B. PBL): IP-Bereiche, die nicht für den Mailversand gedacht sind (z.B. Consumer-Zugänge). Nicht “böse”, aber für Mailserver ein Warnsignal.
- Domain-Listen (z.B. DBL): Domains, die in Spam-Kampagnen auffallen, etwa durch bösartige Inhalte, Redirects oder kompromittierte Websites.
Praxis-Tipp: Entscheidend ist weniger der Name der Liste, sondern warum du gelistet wurdest. Das findest du meist über den DNSBL-Eintrag und deine Bounce-Texte heraus. Erst Ursache fixen, dann Delisting.
Welche Blacklists sind in der Praxis relevant?
Es gibt viele DNSBLs, aber nur wenige spielen im Alltag wirklich eine Rolle. Besonders bekannt sind Listen rund um Spamhaus sowie weitere Anbieter, die vor allem im B2B-Umfeld genutzt werden. Für Versender zählt am Ende weniger die komplette Liste aller Typen, sondern die Frage: Bin ich betroffen und warum? Dafür reicht in der Praxis ein solider DNSBL-Check plus die Auswertung deiner Bounce-Texte.
Wichtige Maßnahmen
Spamfilter erwarten nicht nur, dass E-Mails vertrauenswürdig sind. Sie mögen auch keine Einträge in DNSBLs. Du solltest also unbedingt Spambeschwerden vermeiden. Oder anders ausgedrückt:
Führe darüber hinaus ein umfassendes Monitoring durch, um Blacklist-Einträge möglichst zeitnah zu entdecken und Gegenmaßnahmen (Pausieren von Kampagnen und De-Listing) in die Wege leiten zu können.
Ergänzende Artikel
Kostenlose Beratung
Mit Email Deliverability verhält es sich wie mit dem Zahnarztbesuch: Hinauszögern kann sehr schmerzhaft sein. Lass uns sprechen, um präventiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Fazit
Blacklist und Blocklist sind nicht dasselbe. DNSBL/Blacklist liefert Signale über auffällige IPs oder Domains, eine Blocklist ist oft eine konkrete Sperre beim Empfänger. Erst klären, was es ist, dann Ursache beheben (Auth, Listenqualität, Versandverhalten) und erst danach Delisting. Sonst kommt der Eintrag zurück.